Gegen jeden Antisemitismus

Am  Samstag,  den  26.07.2014,  findet   auch   in   Gießen   eine   pro-palästinensische Demonstration statt.

Die  Anmelder*innen  kündigen  diese  als  eine  friedliche Kundgebung an, auf der Antisemitismus nicht  geduldet  werde.  Jedoch  befürchten  wir,  aufgrund  der  Bewerbung  der  Veranstaltung,  die  vor antisemitischen   Inhalten   strotzt,
und  der  Erfahrungen  der  vorigen Demonstrationen,  die  Tendenz  zu offenen antisemitischen Ausfällen.
In  den  vergangenen  Wochen  formierten  sich  tausende  antiisraelische Demonstrant*innen in mehreren  Städten  zu  einem mehrheitlich antisemitischen Mob, wie er in dieser  offenen  Form  in  Nachkriegsdeutschland noch nicht erlebt wurde. Die verschärften terroristischen Aggressionen  gegen  die  israelische Bevölkerung  und  die  militärischen Verteidigungsmaßnahmen Israels sowie  deren  einseitige  mediale  Rezeption spülten eine Querfront aus reaktionären   antiisraelischen   und teilweise     offen antisemitischen Kräften auf die Straße. So  fanden  sich  inmitten  der  „Kindermörder   Israel“   und   „Hamas, Hamas!  Juden  ins  Gas!“  skandierenden  Masse  Hamas-Sympathisant*innen,    „Friedensbewegte“,   Neo-Nazis   sowie   Vertreter*innen  der  Linken.  Bspw.  nahmen  Mitglieder  des  SDS  an  ausschreitenden Demonstrationen   in Frankfurt  teil  und  die  Linksjugend Solid  NRW  organisierte  in  Essen selbst   eine   Anti-Israel-Demo,   die eskalierte und schließlich aufgelöst
werden musste. Daher haben wir uns entschlossen, dem  Spuk  ein  klares  Zeichen  des
Widerspruchs  entgegenzusetzen.

Wir werden uns zur kollektiven Gegenaktion versammeln, um dem zu erwartenden Antisemitismus entgegen zu treten. Auch die  momentanen  Erfahrungen  von  Gewalt   gegenüber Jüdinnen und Juden sowie Menschen,  die  sich  mit  Israel  solidarisieren,  fordert  eine  entschlossene Haltung.

Wir rufen dazu auf, sich an Gegenaktionen   zu   beteiligen und  jeder  undifferenzierten  Auseinandersetzung  eine  Absage  zu  erteilen!  Keine  Frage,  wir  alle  wünschen den Menschen im Nahen Osten  Frieden,  aber  nicht  um  den Preis  der  stetigen, existenziellen Bedrohung Israels!

Kein Frieden mit Antisemit*innen!

Samstag, 26.07.2014, 14 Uhr

Kirchenplatz(Gi) – angemeldete Kundgebung gegen Antisemitismus